Heute möchte ich auf folgende Frage eingehen „Warum macht man diesen Job eigentlich“?

Im folgenden Artikel möchte ich die „Weiße Seite“ der Branche beleuchten, aber seid euch sicher mir ist bewusst das es genug Sicherheitsmitarbeiter gibt, die Ihr zu kleines Ego oder Ihre fehlende Bildung mit einer schwarzen Jacke und einem Ramboverhalten kompensieren wollen. (Meist gibt es dann doch eher nur die gelbe Warnweste).

Ich möchte mit diesem Artikel die gesamte Bandbreite der privaten Sicherheit beleuchten und einen gesamten Überblick verschaffen.

Dass es Teilereiche der Sicherheitsbranche gibt, in welchen viele der folgenden Antworten anders lauten werden, ist mir bewusst jedoch zähle ich diese unter die besonderen Bereiche der privaten Sicherheit. Hier sei der Personenschutz genannt – Unterschiede zwischen Personenschutz und Begleitschutz unter Personen oder Begleitschutz

Ist es wegen des Geldes?                    –                              In den seltensten Fällen

Ist es wegen der guten Arbeitszeiten    –                         Eher auch nicht

Ist es wegen der Wertschätzung            –                              Es kommt vor, aber meist ist das   Gegenteil der Fall

Warum gibt es dann so viele Menschen, welche täglich Ihren Dienst in der privaten Sicherheit verrichten?

  • Der Einstieg ist, im Verhältnis zu manch anderen Berufsgruppen leicht und es bedarf LEIDER keiner großen Vorkenntnisse oder Prüfungen – mehr dazu unter Sicherheit darf das wirklich jeder machen?
  • In den Diensten der Allgemeinheit tätig zu sein, gibt ein gutes Gefühl nach beenden der Schicht
  • Ein gewisses Zugehörigkeitsgefühl zu einer Sparte das stärker ausgeprägt ist als in anderen Berufsgruppen (Stichwort Gefahrengemeinschaft)
  • In manchen Teilbereichen ist der Arbeitsauftrag auch ohne maximale Belastung des Geistes und des Körpers schaffbar (auf gut deutsch gesagt, man muss nicht überall der fleißigste sein)

Ich persönlich denke hierbei immer an einen Satz meines Instructors zurück

„Diejenigen die es können, müssen es tun sonst wird es keiner tun“

Dies bezieht sich nicht rein auf die körperlichen Voraussetzungen, sondern auch auf den wachen Geist, die schnelle Auffassungsgabe, das konzentrierte Auge, die Kommunikationsstärke und ein Mindset welches es wegsteckt sehr oft der „Buhmann“ zu sein sowie das dicke Fell Anfeindungen zu überhören.

Meist kommen Einsatzkräfte im Bereich der Sicherheit (öffentlich sowie privat) nur mit dem Gegenüber in längeren Kontakt, bei welchem es um Verstöße, Straftaten, Zuwiderhandlungen oder andere unschöne Ereignisse geht. Den „normalen“ Menschen welcher sich an die vorgegebenen Regeln hält wird es seltener in ein Gespräch ziehen, wie denjenigen der durch uns auf sein „Fehlverhalten“ hingewiesen werden muss.

Teilweise stehen wir an der Front und setzen Regeln um, welche wir nicht erlassen haben, sondern der Inhaber des Hauses. Solange es moralisch vertretbar ist, ist es die Aufgabe eben jene Regeln gesetzeskonform durchzusetzen.

Dennoch gehen viele Kollegen jeden Morgen, Mittag, Abend gerne in die Arbeit denn sie wissen es gibt auch sehr schöne Momente

  • Die Dame, die sich bedankt, da sie sich durch die Anwesenheit der Sicherheit wohler fühlt
  • Die Schutzperson, die nach einer Woche wieder beruhigt schlafen kann, denn sie weiß das wir draußen sind und unseren Job machen
  • Die Mutter der betreuten „Kids“ die weiß Ihre liebsten sind in der Schule und auf dem Weg dorthin sicher und sie kann sich dem Alltagsgeschäft widmen
  • Die betreuten Kids, die bestimmen das zwischen Aufklärung und Abfahrt noch Zeit für eine Runde Lego spielen sein muss
  • Der gestürzte Passant, dem im Vorbeigehen Erste Hilfe geleistet wird und sich freut, dass er nicht allein in dieser Lage ist
  • Das Gefühl, wenn die wertvolle Lieferung sicher am Zielort angekommen ist
  • Das weinende Kind, welches Angst hat und seine Eltern nicht findet und die Sicherheitskraft als Ansprechpartner und Schutz sieht

Und viele weitere Beispiele (nennt sie mir gerne in den Kommentaren). Ich habe versucht jeden Einsatzbereich abzudecken, falls jemand durchs Raster gefallen ist bitte ich dies zu entschuldigen.

Im Gegensatz zu einer weit verbreiteten Meinung sind auch der Karriere in der privaten Sicherheit nur wenige Grenzen gesetzt. Wie so oft im Leben setzen sich die Menschen Ihre Grenzen selbst, denn ohne Fort- und Weiterbildung wird auch das Weiterkommen eher schwierig. Es gibt genug anspruchsvolle und interessante Tätigkeiten. Sei es die Leitung einer weltweiten Konzernsicherheit oder der Aufbau und die Implementierung eines Personenschutzes für eine 6-köpfige Familie mit einer abstrakten Gefährdung ohne erkennbares Gegenüber, oder auch die Planung und Sicherung einer Großveranstaltung mit mehreren Tausend Besuchern, für deren Sicherheit man verantwortlich ist.

Abschließend kann man meiner Meinung nach sagen es gibt Schatten wie auch Licht und am Ende des Tages macht man es mit Herzblut oder lässt es über kurz oder lang.

Ich denke es könnte nichts besser Beschreiben was ich ausdrücken möchte als 2 Aussagen, die mein Sohn zu mir tätigte, jeweils beim ins Bett gehen vor einem Einsatz

„Papa pass bitte AUCH auf dich auf!“ (da waren die Tränen nahe)

Und

„Ich bin stolz das mein Papa auf andere Menschen aufpasst“ (da auch 😉)

Arbeit in der Sicherheit, mehr Berufung als Beruf?

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