In vielen „Fachgesprächen“ ist von super „Undercover“ Einsätzen die Rede. Auch über die Beschaffung einer entsprechenden „Tarnkleidung“ wird philosophiert und das sogar fast in selbem Maß wie über die Wichtigkeit der verdeckten Maßnahme.

Das Feld umfasst die „Aufklärer“ im Personenschutz, die „zivilen Streifen“ bei Großveranstaltungen, die „Privat- und Wirtschaftsermittler“ bis hin zu den „Kaufhausdetektiven“.

Arbeiten diese Sicherheitskräfte alle „Undercover“ oder eher „Low Profile“?

Hierfür möchte ich als erstes definieren, was diese beiden Begrifflichkeiten eigentlich bedeuten, mit verstärktem Bezug auf einen Einsatz in der zivilen Sicherheitswirtschaft.

UNDERCOVER

Aus dem Englischen übersetzt bedeutet es so viel wie: „in Deckung“ „geheim“ „verdeckt“ für uns „Unter einem Deckmantel“

Was bedeutet dies nun für uns, als Sicherheitskräfte und was gehört zu einem „Undercover“ Einsatz alles dazu?

Neben einem klar definierten Einsatzziel (z.B. der Gewinnung von Informationen, welche nicht an fremde 3te weitergegeben werden), bedarf es hierfür einer umfangreichen Legende „Cover Story“ und einer Tarnidentität „Cover Identity“. Sei es bei einer Einschleusung im Rahmen einer Ermittlung innerhalb eines anderen Unternehmens, oder der verdeckten Observation, einer fremden Person bei berechtigtem Interesse wird das Einsatzziel eher erreicht, wenn die Sicherheitskraft unter einem „Mantel“, welcher Vertrauenserweckend ist, auftritt als wenn die Einsatzkraft sich als Detektiv / Ermittler oder Sicherheitsmitarbeiter zu erkennen gibt. Hierfür bedarf es weit mehr als einer zivilen Einsatzkleidung und einem unauffälligen Pfeifen.

LOW PROFILE

Aus dem Englischen übersetzt bedeutet es so viel wie: „niedriges Profil“ oder in unserem Falle „unauffällig“.

Welche Tätigkeiten werden vorwiegend „Low Profile“ ausgeführt?

  • Vor- / Umfeld- / und Lageaufklärung im Personenschutz
  • Zivile Streifen bei öffentlichen Veranstaltungen, zur Erkennung von Unregelmäßigkeiten
  • Detektivtätigkeiten in Kaufhäusern, zum Schutz vor Ladendieben
  • Kurzfristige Observations- oder Ermittlungstätigkeiten

Doch was gehört denn nun alles zu „Low Profile“?

Ist es die 5.11 Bauchtasche über der Uf Pro Hose und einem unauffälligen Natogrünen Shirt? Leider sehen das viele Kräfte so, meine Meinung ist jedoch eine andere.

Meiner Meinung nach gibt es nicht mal die Richtige „Kleidung“ für einen Low Profile Einsatz, sondern die Wahl der Bekleidung ist von vielen Faktoren abhängig wie z.B.

  • Bewaffnete Tätigkeit oder nicht?
  • Umfeld des Einsatzes (Im Naherholungsgebiet sollte die Bekleidungswahl anders ausfallen als in der Wall Street)
  • Aufklärungsbereiche und deren Untergrund (Zur Wahl des Schuhwerks)
  • Weitere Tätigkeiten (Können Begleitungen anfallen oder wird der Bereich gewechselt)
  • Und nicht zu vergessen der Eigenschutz

Doch ist die „richtige“ Bekleidung das einzige, das im unauffälligen Einsatz beachtet werden muss von einer Sicherheitskraft? Meiner Meinung nach spielen noch viele weitere Faktoren eine große Rolle wie z.B.:

  • Uhrzeit und die Bewegungsmuster der Menschen im Zielgebiet (morgens hetzen viele zur Arbeit und jemand der schlendernd durch die Weltgeschichte eiert, fällt eher auf wie jemand der auch schnellen Schrittes in Bewegung ist)
  • Ziel des Auftrages, bei einer statischen Observation, treffe ich andere Vorbereitungen als bei einer stetigen Aktualisierung des Lagebildes durch Aufklärung
  • Lagetypisches Verhalten (die Beleibte Sicherheitskraft mit Donuts in der Hand, wird wahrscheinlich an einem Trim dich Pfad eher ins Auge stechen als der sportliche Aufklärer, der in seinen sehr langen Satzpausen das Umfeld aufmerksam beobachtet)
  • Geschätzte Einsatzdauer und Möglichkeit zur Verpflegung und Toilettengang sind entscheidend über mitgeführtes Gepäck / Einsatzmaterialien
  • U.v.m.

In Zuge dessen, denke ich wurde die obige Frage beantwortet. Die wenigsten Tätigkeiten im privaten Sicherheitssektor sind „Undercover“ Maßnahmen, sondern „Low Profile“ Missionen, in welchen versucht wird so wenig Aufmerksamkeit wie möglich zu erwecken. Die klassische Einschleusung im Zuge von Ermittlungstätigkeiten entsprechen u. Umständen schon eher dem Profil eines „Undercover“ Einsatzes.

Wie immer freue ich mich über regen Austausch unter dem Artikel und eure persönlichen Erfahrungen / Meinungen

„Undercover“ oder „Low Profile“

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